TypologieDefinitionBeispielQuellen
Rebounds von Produzenten
ProduktionKostensenkende Effizienzmaßnahmen im Produktionsprozess führen zu einem Re-Investitions-Effekt. Unternehmen können die erhöhten Profite entweder in eine Ausweitung der Produktion des gleichen Gutes (direkter Rebound als Expansion) oder zur Investitionen in neue Produkte und Dienstleistungen stecken (indirekter Rebound als Diversifizierung der Produktpalette). Eine effizientere Herstellung von Drei-Liter-Autos führt zu frei gewordenem Kapital, das sofort reinvestiert wird, z.B. in den Bau neuer Fabriken. Santarius 2015, S. 167 ff.
Rebounds von Konsumenten/-innen
DirektGesteigerte Nachfrage nach einer Dienstleitung oder einem Produkt, die von einer Effizienzsteigerung bedingt oder zumindest ermöglicht wurde.Übergang von einem Sechs-Liter- zu einem Drei-Liter-Auto führt zu erhöhter Nutzung des Drei-Liter-Autos.Santarius 2015, S.50, Madlener/Alcott 2011 S. 5ff.
IndirektAus effizientem oder suffizientem Konsumieren in einem Produktbereich resultiert (u.a. durch frei werdende Kaufkraft) ein höherer Ressourcenverbrauch in anderen Konsumbereichen.Übergang von einem Sechs-Liter- zu einem Drei-Liter-Auto (effizienzbedingt) oder geringere Nutzung des Pkws (suffizienzbedingt) führt dazu, dass Konsumenten/-innen öfter in den Urlaub fliegen.Santarius 2015, S.50, Madlener/Alcott 2011 S. 5ff.
Makro- vs. Mikroökonomische Ebene
MakroSuffizienz- oder effizienzbedingte Nachfragesteigerung, die sich auf volkswirtschaftlicher Ebene vollzieht. Geringere Produktnachfrage infolge effizienten oder suffizienten Konsumierens reduziert das Preisniveau, welches wiederum die Nachfrage durch andere Konsumenten/-innen erhöht.Kurzfristiger Preisrückgang von Küchengroßgeräten führt zu erhöhter Nachfrage und Preisanstieg für diese Kategorie.Madlener/Alcott 2011 S. 5ff., Alcott 2008
MikroSuffizienz- oder effizienzbedingte Nachfragesteigerung, die von (einzelnen) Konsumenten/-innen bzw. – aggregiert – von Haushalten vollzogen wird. Frei werdende Kaufkraft in bestimmten Konsumbereichen wird in andere Konsumbereiche überführt und verursacht dadurch einen höheren Ressourcenverbrauch.Niedrigere Verkaufszahlen von Sechs-Liter-Autos (und Benzin), dafür höhere Umsätze bei Urlaubsreisen in entfernte Gebiete.Madlener/Alcott 2011 S. 5ff., Røpke 1999

Quellen:

Alcott, B. (2008). The sufficiency strategy: Would rich-world frugality lower environmental impact? Ecological Economics, 64(4), 770-786.

Madlener, R. & Alcott, B. (2011). Herausforderungen für eine technischökonomische Entkoppelung von Naturverbrauch und Wirtschaftswachstum unter besonderer Berücksichtigung der Systematisierung von Rebound-Effekten und Problemverschiebungen, Enquete‐Kommission “Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität” des Deutschen Bundestages, Kommissionsmaterialie M-17 (26)13.

Røpke, I. (1999). The dynamics of willingness to consume. Ecological Economics, 28(3), 399-420.

Santarius, T. (2015). Der Rebound-Effekt: Ökonomische, psychische und soziale Herausforderungen für die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch. Weimar: Metropolis.

 

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